Warum Fotokurse oft nicht weiter helfen…

dirkwellmitz Uncategorized Leave a Comment

Vielleicht kommt dir das bekannt vor: Du hast schon seit längerem eine Kamera und in dem Willen, damit besser fotografieren zu lernen, einen dieser zahlreich im Internet angebotenen Kurse belegt. Dort wird dann meist sehr wissenschaftlich erzählt wie Blende, Iso oder Belichtungszeit funktionieren. Es wird “gelehrt” wie man eine Kamera bediehnt und diverses Zubehör wie Stativ oder Filter benutzt wird. Und vor allem: Es wird suggestiert, das du dieses Wissen benötigst, um bessere Bilder machen zu können.

Nur leider hast du selbst dann bei der nächsten Gelegenheit enttäuscht festgestellt, das deine Bilder trotz dem teuren Fotokurs keinen Deut besser geworden sind. Zwar kannst du die Kamera jetzt manuell einstellen (sofern du nicht sowieso die Hälfte schon wieder vergessen hast), aber die Bilder sehen nicht anders aus, nicht besser… Kein Wunder…aber woran liegt das ?

Im Grunde halte ich solche “Lernangebote” wo es tendenziell nur um die Technik geht, für sehr fragwürdig. Um das einmal zu vergleichen: Das wäre in etwa so, als wenn man in einem Kochkurs hauptsächlich die Bediehnungsanleitung des Kochherdes studieren und alle Möglichkeiten eine möglichst genaue Temperatur einzustellen aus allen Blickwinkeln beleuchten würde.. Nun….. Wird man so kochen lernen?

Tatsächlich spielen viele Dinge in der Fotografie eine gleichwertige Rolle. Da wäre zu einem das Motiv selbst, dann das Licht, Bildgestaltung, pysikalische Grenzen der Fotografie , Bildaussage und erst dann die Technik. Ja, wer es versteht, ein gutes Motiv zu finden und es auch noch geziehlt/ bewusst/motivgerecht zu beleuchten , der kann auch gute Bilder mit dem Handy fotografieren. Soviel einmal dazu, wie wichtig das Wissen über Zeit/Blende und Iso in der Realität wirklich ist.

Schlussendlich ist Fotografie sehr individuell. Da hilft es schon einmal ernsthaft darüber nachzudenken, warum gute Hochzeitsfotografen nur selten Landschaften auf hohem Niveau fotografieren. Warum?

Weil jedes Gebiet eine völlig andere Arbeistweise erfordert, andere Grundlagen, andere Technik und..und… Um das einmal an einem konkreten Beispiel aufzuzeigen: Wenn du bessere Bilder aus dem Urlaub mitbringen möchtest, dann musst du nicht lernen die Kamera manuell zu bediehnen sondern vor allem, was wirklich gute Motive erst einmal sind und wie man sie findet. Tatsächlich verbringen Landschaftsfotografen mehr Zeit in Google Earth und Internet als mit ihrer Kamera. Thats is ist… Hast du dein Motiv gefunden, dann musst du überlegen, zu welcher Tageszeit es am besten zu fotografieren ist. Sind mit Touristen zu rechnen? Und so weiter…

Anderes Beispiel: Macrofotografie. Pflanzen und Blumen sind wohl bei vielen ein begehrtes Objekt, wenn man sich näher mit der Fotografie beschäftigt. Wer sich da schon einmal vorsorglich ein Macroobjektiv zugelegt hat, wird schnell gemerkt haben, das der Grundsatz “wenn Sonne lacht nimm Blende 8” hier einfach nicht mehr stimmt. Bei der stark veränderten Motivsituation (geringer Abstand zum Motiv u.a.) hat man auf einmal völlig andere Bedingungen und Probleme wie geringe Tiefenschärfe, Verwacklungen wegen dem Wind…Auch hier hilft ein allgemeiner unspezifischer “Fotokurs” nicht weiter…

Was kann man also nun dem interessiertem Anfänger wirklich empfehlen?
Du musst zu allererst einmal verstehen lernen, das du dich von vornherein spezialisieren musst. Es gibt nämlich so etwas wie eine “allgemein gute Fotografie” die man erlernen könne so in dieser Form nicht. Es gibt nur “gute Landschaftsfotografie”, gute “Peoplefotografie” , gute “Studiofotografie” usw. Das weil jeder Bereich völlig andere Fertigkeiten erfordert. Hast du deinen Bereich gefunden dann suche dir deine Vorbilder und versuche zu lernen, wie diese ihre Bilder gemacht haben. Lerne von vornherein nur von den Spezialisten eines Gebietes und beschränke dich auf ein bestimmtes Fachgebiet. Denn wenn du das Erlernte nicht ständig benutzt, dann vergisst man auch schnell wieder sehr viel…

Zu Schluss noch einige Links zu Portalen, wo man – also meiner Meinung nach- wirklich etwas lernen kann:

People+Studiofotografie: Martin Krolop hat da über die Jahre ein wirklich beeindruckendes Portal aufgebaut. Mega viel hochwertiger Input zu allen Fragen der Peoplefotografie. Mehr geht nicht www.https://blog.krolop-gerst.com/

Naturfotografie: Ein Portfolio voller kleiner Wunder. Radomir fotgrafiert nicht, er lebt die Fotografie: naturfotocamp.de

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